Warum das Öl immer teurer wird
23. September 2008 | Von admin | Kategorie: AllgemeinNichts ist mehr sicher im globalen Wirtschaftsgefüge. Börsenkurse können abstürzen, Kredite platzen, der Absatz von Autos kann einbrechen und Oma kann Ihre Spareinlage verlieren. Aber halt – es gibt eine Branche die jede Krise auf der Sonnenseite durchsteht… die Ölindustrie! Sie gewinnt immer, weil die Spritpreise mal abgesehen von ein paar unerheblichen Schwankungen immer nach oben gehen.
Da fasst man sich allmählich doch an den Kopf. Was ist denn bloß mit den Leuten los? Nun leben wir im Westen Deutschlands seit fast 60 Jahren im marktwirtschaftlichen Paradies, zusammen mit dem Osten immerhin schon im 18. Jahr, und da haben die Leute immer noch nicht begriffen wie der allein-seelig-machende Kapitalismus funktioniert? Da wollen die immer noch wissen warum der Ölpreis ständig rauf und runter geht? Warum „Rauf“ grundsätzlich bei uns ankommt – „Runter aber so gut wie nie…?
Ich beneide die Wirtschaftsakteure um Ihre Geduld mit der Sie uns immer erklären warum alles so ist wie es ist. Das bräuchten Sie doch gar nicht! Rauf geht’s immer, runter nimmer…, das ist eine alte Weisheit im Kartellgeschäft, welche alles erklärt. Wer den Markt beherrscht, der bestimmt die Preise, Ende der Durchsage!
Dies sind die Regeln:
1) Benzin und Diesel wird teurer wenn das Öl teurer wird. Wenn das Öl billiger wird, bleibt der Sprit teuer – man kann ja nie wissen…
2) Wenn wenig Öl am Markt ist steigen die Preise – knappes Gut ist immer teuer.
3) Ist viel Öl da, müssen die Preise hoch gehalten werden - erstens prinzipiell, zweitens aus erzieherischen Gründen, drittens damit die Gewinnspannen mal endlich wieder stimmen und viertens wegen Rotterdam!
In Rotterdam gibt es nämlich einen so genannten Spotmarkt. Auf diesem Spotmarkt kann man Öl kaufen, was relativ schnell geliefert wird, zu ziemlich schwankenden Tagespreisen. Die großen Gesellschaften, welche in Deutschland Tankstellen betreiben (Esso, Shell, Aral, Total) müssen das nicht – die haben eigene Raffinerien. Aber die orientieren sich an den Spotmarktpreisen weil da mehr Reibach bei rumkommt!
Daraus schließen wir:
Wie hoch oder wie niedrig der Ölpreis ist, muss uns gar nicht interessieren, weil die Ölgesellschaften schon dafür sorgen, das das Endprodukt immer schön auf einem hohem Niveau bleibt. Das nennt man Verlässlichkeit… Und das kann doch wirklich nicht so schwer zu verstehen sein
Gut wenn man unbedingt will, kann man sich um den Ölpreis auch noch selbst kümmern, denn auch hier wirkt die Zauberkraft von Angebot und Nachfrage. Wenig Nachfrage – hohe Preise. Viel Nachfrage - noch höhere Preise. Und wer jetzt fragt „Wieso?“ und auch noch meint das das unlogisch ist kriegt was auf´n Hut. Überhitzte Nachfrage nach Öl durch rasantes Wachstum in China und Indien – davon ist doch schon seit Jahren die Rede… Wie zum Beispiel in diesem Sommer. Schon kamen die Zocker, spekulierten mit Öl und Gas-Termingeschäften und trieben dadurch den Preis in astronomische Höhen. Als China und Indien dann noch nicht so viel Öl wollten ging der Preis wieder um ein Drittel runter, jetzt steigt er wieder weil die weltweite Finanzkrise die Anleger ins sichere Ölgeschäft treibt. Alles klar?
Das muss man aber nicht alles wissen, weil im Ergebnis immer teures Heizöl, teures Gas und teurer Sprit rauskommen! Dann ist es nämlich auch schon Wurscht warum da so ist…
Und am aller wichtigsten: Am Ende landet der ganz große Reibach immer noch bei den Ölscheichs (die den aktuellen bundesdeutschen Haushalt inklusive aller Schulden mühelos aus der Portokassen finanzieren könnten). Und wir wollen doch alle dazu beitragen das das so bleibt! Also was soll das blöde Fragen nach den Ölpreisen zum Teufel noch mal ?
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